Aug 16, 2018

Unser Trip nach Mannheim

Unser Ausflug zu den Deutschen Debating Junior League Finals startete am Donnerstag, den 14.06. um 5 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof. Die Bahnfahrt nutzten wir, um uns auf die bevorstehenden Debatten vorzubereiten und um etwas Schlaf zu bekommen.

In Mannheim angekommen, beschlossen wir, uns erst einmal die Stadt ein wenig anzugucken, bevor wir uns mit Eric Swanson, einem bekannten Debating-Coach trafen.

Bei dem Treffen mit Eric besprachen wir die beiden anstehenden Debatten, bei denen wir das Thema bereits erfahren hatten. Er gab uns hilfreiche Tipps und half uns somit, die Argumente, die wir bereits erarbeitet hatten, weiter auszubauen. Zudem gab er uns eine andere Sichtweise auf die Themen, die wichtig für unsere weitere Vorbereitung waren.

Da wir alle sehr müde und erschöpft waren, nutzen wir den Abend um zusammen als Team etwas zu unternehmen und bei „Burrito Baby“ essen zu gehen, anstatt weiter an den Debatten zu arbeiten. Anschließend schauten wir zusammen das Eröffnungsspiel der Fußball WM. Am nächsten Tag fand der offizielle Beginn und die Eröffnungszeremonie des Wettbewerbes statt. Den Vormittag nutzten wir wieder aus, um uns weiter auf die anstehenden Debatten vorzubereiten.

Gegen 15.00 Uhr fing dann die Eröffnung- und Willkommens-Zeremonie an. Die Organisatoren hielten eine kurze Ansprache zum Ablauf des Wettbewerbes und hießen alle Teams in Mannheim willkommen. Nach einem Meeting aller Judges fing dann auch schon die erste offizielle Runde des Wettbewerbes an. Die Motion, also das Thema der Debatte war: „This house would deny unvaccinated children access to kindergarden”. Es ging also darum, allen Kindern, die nicht geimpft sind den Zutritt zu Kindergärten zu verweigern. Wir waren Opposition, also dagegen. Wir debattierten gegen die Schule Königin-Olga-Stift. Die erste Sprecherin unseres Teams, Lotta, begann die Debatte. Zuerst argumentierte sie gegen einiges, was der erste Sprecher der anderen Seite gesagt hatte und redete dann über das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, welches gebrochen werden würde, wenn man Kinder durch Ausschluss vom Kindergarten zum Impfen zwingen würde.

Schließend brachte sie zur Sprache, dass es bereits wesentlich effektivere Möglichkeiten gibt, um Eltern dazu zu bringen, ihre Kinder impfen zu lassen. Dabei sprach sie über die Alternative, Eltern auf das Thema aufmerksam zu machen, anstatt sie dazu zu zwingen.

Nele, die zweite Sprecherin unseres Teams sprach über das Gesetz auf das Recht für einen Platz im Kindergarten welches jedes Kind in Deutschland besitzt. Außerdem hob sie die Vorteile für das Sozialverhalten der Kinder hervor, die ein Kindergartenplatz mit sich bringt und welche Ausmaße es auf die Zukunft und unsere Gesellschaft haben könnte, wenn einige Kinder diese sozialen Fähigkeiten auf Grund fehlender Impfungen nicht erlangen könnten. Zudem erwähnte sie das bereits bestehende Problem mangelnder Kommunikation und wie ein Beschluss, der einige Kinder aus dem Kindergarten ausschließen würde, die Lücke zwischen arm und reich in unserer Gesellschaft vergrößern würde.

Die dritte Sprecherin unseres Teams, Pauline, fasste unsere Argumente zusammen und sprach darüber, wie unsere Argumente und Aussagen die Argumente der Gegenseite schlugen.

Die letzte Rede dieser Debatte wurde von Lotta gehalten. In ihrer Reply Speech zeigte sie die Fehler der anderen Seite auf und betonte erneut, warum wir die Debatte gewinnen sollten. Trotz guter Vorbereitung und einer spannenden Debatte, verloren wir leider sehr knapp.

Trotz dieser Niederlage ließen wir uns nicht die Stimmung verderben und verbrachen einen Teil des restlichen Tages damit, die Debatte des nächsten Tages weiter auszuarbeiten. Außerdem verbrachten wir am Abend weiterhin Zeit zusammen und spielten Tischtennis und Kartenspiele um den Tag ausklingen zu lassen.

Am Samstag hatten wir zunächst eine „Impromptu“-Debatte. Das heißt, dass wir die Motion erst eine Stunde vor der Debatte bekamen, und dadruch dementsprechend nur eine Stunde zur Vorbereitung hatten. Die Motion hierfür war: „This house regrets the idea of popular stories for children always having happy endings.“. Es ging also darum, ob es gut oder schlecht ist, dass bekannte Kindergeschichten immer gut enden. Wir waren Proposition, also gegen immer gute Enden. Die erste Sprecherin, Lotta, hat damit argumentiert, dass wir Kindern beibringen, immer die Wahrheit zu sagen und gleichzeitig diese gute Enden nicht der Wahrheit entsprechen, da im echten Leben ja auch nicht alles immer gut endet. Außerdem sprach sie von dem Moment, in dem Kindern klar wird, dass die Welt nicht immer gut ist, und was dieser „Schock-Moment“ mit den Kindern macht. Die zweite Sprecherin, Touali sprach über den Unterhaltungsfaktor und wie diese vorhersehbaren Enden den Kindern die Lust am Lesen vertreibt. Jodie hat als dritte Sprecherin alles gesagt noch weiter analysiert und Beispiele zugefügt. Trotz aller Mühe hat das gegnerische Team uns besiegt. Der Grund war wohl der nicht-gleichbleibende Ansatz und unsere Unklarheit in einigen Punkten. Nun ja. Nach dem Mittagessen fand unsere dritte und letzte Debatte statt. Die Motion für diese Debatte war: „This house regrets all female movie remakes.“. Es ging als um Neuverfilmungen mit weiblichen Schauspielerinnen, statt männlichen. Wir waren Opposition, also für diese Neuverfilmungen. Beziehungsweise war unsere Position die, dass sich jene Neuverfilmungen positiv auswirkten und nicht bereut werden sollten. Unsere Gegner kamen von dem Albert-Einstein-Gymnasium Böblingen. Als erste Sprecherin sprach Jodie darüber, wie diese Neuverfilmungen jungen Mädchen Selbstbewusstsein geben und inwiefern sie sich positiv auf die Gesellschaft und ihrer Einstellung gegenüber Frauen auswirken. Touali, die zweite Sprecherin sprach sowohl von den politischen, als auch den wirtschaftlichen Aspekten. Außerdem ging sie auf den Unterhaltungsfaktor ein. In der dritten Rede analysierte Pauline die Argumente der vorigen Sprecher weiter und zeigte, wieso unser Team gewinnen sollte. Auch diese Debatte gewannen wir aber leider nicht. Trotzdem waren wir sehr zufrieden damit. Später wurde angekündigt, welche vier Teams es ins Viertelfinale geschafft hatten. Wir waren folglich unserer Debatten nicht dabei. Wir guckten uns aber eine der zwei parallelen Debatten an. Es wurde die Motion „This house regrets the rise of a sharing culture.“ Debattiert. Dabei ging es darum, dass heutzutage alles Mögliche online geposted wird, darunter auch viele banale und unnötige Dinge. Die Seite Opposition gewann, also das Team, das diese Posts verteidigte. Nach dem gemeinsamen Abendessen beschlossen wir, mit dem Team der Schule Königin-Olga-Stift in die Stadt zu gehen. Dabei hatten wir viel Spaß, führten spannende Diskussionen mit den anderen Schülern und waren in dem Brunnen auf dem Friedrichsplatz beim Mannheimer Wasserturm. Nach einer Tour zum Supermarkt kurz vor Verkaufsschluss spielten wir in einem Einkaufszentrum noch etwas Fußball und Kicker und machten uns dann auf den Weg zurück zur Jugendherberge, um dort noch eine Runde Karten zu spielen.

Nachdem wir am Sonntag unsere Zimmer leergeräumt und gefrühstückt hatten, schauten wir uns das große Finale an. Darin debattierten die Schulen Königin-Olga-Stift und das Albert-Einstein-Gymnasium Böblingen die Motion „This house dismisses the idea of a traditional family ideal.“. Es ging also um traditionell ideale Familien, also Vater, Mutter, Kind. Wieder gewann Seite Opposition der Königin-Olga-Stift. Damit gewann sie das Turnier. Nach dem Mittagessen war die Preisverleihung und Siegerverkündigung. Zwar sind wir als Team auf dem vorletzten Platz gelandet, Pauline und Lotta konnten sich aber mit gleichvielen Sprecherpunkten den geteilten dritten Platz im individuellen Ranking sichern. Außerdem muss man bedenken, dass wir in zwei der drei Debatten gegen die letztendlich Finalisten debattiert haben. Es gibt aber natürlich trotzdem viel Verbesserungspotenzial und einiges ist, besonders in der Teamarbeit, nicht perfekt gelaufen.

Am Ende des Tages sind wir trotz der schlechten Platzierung recht zufrieden am Hauptbahnhof Mannheim in den ICE zurück nach Hamburg gestiegen. Ein gelungener Trip!

Stadtteilschule Bergedorf
Ladenbeker Weg 13
21033 Hamburg, Germany

Schulbüro: 040 428925–01

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